Kumarin

Kumarin

Kumarin, eine durch ihren Wohlgeruch ausgezeichnete organische Substanz, die als inneres Anhydrid der o-Oxyzimtsäure aufzufassen ist und die Konstitution


Kumarin

besitzt.

Es findet sich in vielen Pflanzen, vornehmlich im Waldmeister, in den Tonkabohnen und im Steinklee. Künstlich entsteht es nach verschiedenen Methoden, so namentlich durch Erhitzen von Salizylaldehyd mit Natriumacetat und Essigsäureanhydrid. Es kristallisiert in farblosen, kleinen Prismen, welche bei 67° schmelzen. Ueber seine chemischen Beziehungen vgl. [1]. Das Kumarin ist das aromatische Prinzip des Maitranks und wird ferner in der Parfümerie zur[749] Darstellung von Waldmeisteressenz verwertet. Das aus den Tonkabohnen gewonnene Kumarin wird bei der Fabrikation der Kunstbutter zuweilen benutzt, um dieser das Aroma der Naturbutter zu geben. Die zerkleinerten Tonkabohnen werden mit starkem Alkohol ausgezogen, wobei das Kumarin, aber auch Fett und eine geringe Menge Farbstoff in Lösung gehen. Von dieser Lösung wird der Alkohol abdestilliert und der Rückstand mit Wasser gekocht und filtriert, wobei nur die Lösung des reinen Kumarins durch den Filter geht. Aus dieser Lösung scheidet sich beim Abkühlen das Kumarin in weißen Kristallnadeln, welche in heißem Wasser leicht, in kaltem sehr schwer löslich sind, aus. Diese Kristallnadeln werden, um der Kunstbutter jenes Aroma zu geben, in Alkohol unter vorsichtigem Zusatz von Wasser gelöst und der Butter hinzugesetzt. Zu demselben Zweck wird aber auch ein bloßer Alkohol unter Auszug der Tonkabohnen direkt verwendet.


Literatur: [1] Beilstein, Handbuch der organischen Chemie, 2. Aufl., Hamburg und Leipzig 1888, Bd. 2, S. 1054.

Weitz.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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  • Kumarīn — (Kumarsäureanhydrid, Tonkakampfer) C9H6O2 oder findet sich in den Tonkabohnen (Dipteryx odorata, 1,4 Proz.), im Waldmeister (Asperula odorata), im Steinklee (Melilotus officinalis), in mehreren Gräsern (Anthoxanthum odoratum), in den… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Kumarin — Kumarīn oder Tonkastearopten, angenehm riechender Bestandteil der Tonkabohnen, des Waldmeisters, des Steinklees u.a., aus Tonkabohnen in farblosen Kristallen gewonnen, auch künstlich aus Salizyladehyd dargestellt; dient zum Parfümieren, bes. von… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • kumarin — kumàrīn m <G kumarína> DEFINICIJA kem. kristalni organski spoj, mirisni ekstrakt nekih biljaka, služi za parfimiranje (npr. duhana, napitaka i sl.) ETIMOLOGIJA fr. coumarine ← šp. cumaru ← egz …   Hrvatski jezični portal

  • Kumarin — Strukturformel Allgemeines Name Cumarin Andere Namen 1,2 Benzopyron 2H 1 Benzopyran 2 on o Cumarsäurelacton Ton …   Deutsch Wikipedia

  • Kumarin — Ku|ma|rin 〈n. 11; unz.〉 Naturstoff, der u. a. im Waldmeister vorkommt, seine Abkömmlinge werden zur Bekämpfung von Nagetieren eingesetzt [zu frz. conmaron „Tonkabaum“; <indian.] * * * Ku|ma|rin, das; s [frz. coumarine, zu: coumaru < Tupi… …   Universal-Lexikon

  • Kumarin — Ku|ma|rin 〈n.; Gen.: s; Pl.: unz.; Chemie〉 nach Waldmeister riechender, auch in anderen Pflanzen vorkommender Duftstoff, chemisch ein Glykosid; oV [Etym.: <frz. coumarou »Tonkabaum« <span., portug. cumarú, commarú] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Kumarin — Ku|ma|rin das; s <aus gleichbed. fr. coumarine zu coumarou »Tonkabohne«, dies über span. u. port. cumarú aus gleichbed. Tupi (einer Indianersprache des östlichen Südamerika) cumaru, commaru; vgl. ↑...in> ein [pflanzlicher] Duftstoff …   Das große Fremdwörterbuch

  • kumārín — कुमारिन् …   Indonesian dictionary

  • kumarín — a m (ȋ) farm. bela, močno dišeča snov, katere spojine se uporabljajo proti strjevanju krvi: diši po kumarinu …   Slovar slovenskega knjižnega jezika

  • Kumarin — Ku|ma|rin, fachsprachlich auch Cu|ma|rin, das; s <indianisch> (pflanzlicher Duft und Wirkstoff) …   Die deutsche Rechtschreibung

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