Glykokoll

Glykokoll

Glykokoll (Amidoessigsäure, Glycin, Leimsüß), die niedrigste der Amidofettsäuren, die sich von der Essigsäure durch Ersatz eines Wasserstoffatoms der Methylgruppe durch den Ammoniakrest »die Amidogruppe« ableitet und daher die nachstehende Konstitution besitzt:


Glykokoll

Eine Reihe von Abkömmlingen dieser Amidofettsäuren findet sich natürlich I gebildet im tierischen Organismus und entsteht durch Spaltung der Eiweißstoffe beim Erhitzen mit Säuren und Alkalien. Dahin gehören nächst dem Glykokoll die Alanine und Leucine. Wegen dieser nahen Beziehungen zu zahlreichen Ausscheidungsprodukten des Tierkörpers besitzt die Amidoessigsäure ein hervorragendes physiologisches Interesse. Das Glykokoll entsteht bei der Zersetzung der Hippursäure, der Gallensäuren und des Leims, woher sein Name flammt. Es kristallisiert aus Wasser in großen rhombischen Säulen, die sich gegen 232–236° zersetzen. Technisch ist es von keiner Bedeutung. Von physiologischem Interesse sind gleich ihm seine Methylderivate, das Sarkosin, und namentlich das Trimethylderivat, das Betain, das auch in der Runkelrübe vorkommt und daher in der Melasse enthalten ist.

Bujard.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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  • Glykokoll — (Glycin, Leimzucker, Leimsüß) C4H5NO4, ein eigenthümlich süß schmeckender neutraler Körper, welcher sich durch die Einwirkung der Schwefelsäure od. der Alkalien auf Leim od. leimgebende Gewebe bildet; er entsteht ferner durch Zerlegung der… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Glykokoll — (Glyzīn, Leimsüß, Leimzucker, Amidoessigsäure, Aminoäthansäure) C2H5NO2 oder NH2.CH2.COOH entsteht beim Kochen von Eiweiß, Leim, Glykocholsäure oder Hippursäure mit Säuren oder Alkalien sowie beim Erwärmen von Monochloressigsäure mit Ammoniak und …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Glykokóll — Glykokóll, Leimsüß, Amidoessigsäure, aus Leim, Hippursäure, Glykocholsäure durch verdünnte Säuren gebildet; farblose, wasserlösliche, süß schmeckende Kristalle …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Glykokoll — ⇒ Glycin …   Deutsch wörterbuch der biologie

  • Glykokoll — Strukturformel Allgemeines Name Glycin Andere Namen Gly (D …   Deutsch Wikipedia

  • Glykokoll — Gly|ko|kọll 〈n. 11; unz.; Biochem.〉 süßschmeckende, einfachste Aminosäure, Baustein fast aller Eiweißstoffe; Sy Leimsüß, Leimzucker, Glyzin [<grch. glykys „süß“ + kolla „Leim“] * * * Gly|ko|kọll [griech. glykýs = süß u. kólla = Leim; also… …   Universal-Lexikon

  • Glykokoll — Gly|ko|kọll 〈n.; Gen.: s; Pl.: unz.; Chemie〉 süß schmeckende einfachste Aminosäure, Baustein fast aller Eiweißstoffe, Leimzucker, süß; Syn. Glycin, Glyzin [Etym.: <Glyko… + grch. kolla »Leim«] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Glykokoll — Glyko|kọll [↑glyko... u. gr. ϰολλα = Leim] s; s: „Leimsüß“, Aminoessigsäure, einfachste Aminosäure (Chem.) …   Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke

  • Glykokoll — Gly|ko|koll das; s <zu gr. kólla »Leim«> Aminoessigsäure, einfachste ↑Aminosäure, Leimsüß (Chem.) …   Das große Fremdwörterbuch

  • Leim — Leim, 1) klebrige Materie, welche zwischen zwei Gegenstände gestrichen, nach dem Erhärten dieselben an einander befestigt, daher so v.w. Kleister, Kitt; 2) thierische Gallerte, wird aus der in den leimgebenden Geweben sogenannten (bes.… …   Pierer's Universal-Lexikon

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