Hefe [2]

Hefe [2]

Hefe wird neuerdings wegen ihres hohen Stickstoffgehaltes als Nähr- bezw. Futtermittel empfohlen.

Soweit es sich um menschliche Nahrungsmittel handelt, muß Brauereihefe für diesen Zweck erst entbittert werden, was durch Behandeln mit Soda geschehen kann. Für die Trocknung der Hefe zu diesen Zwecken sind besondere Apparate konstruiert worden. Entbitterte Trockenhefe enthält 50% Reineiweiß neben 28% stickstoffreien Extraktivstoffen, 3% Fett und 7% Asche. Aus den deutschen Brauereien stehen pro Jahr ca. 775000 dz feuchte Hefe zur Verfügung. Bei ruhender Hefe wird durch Lüftung oder Behandlung mit Sauerstoff die Haltbarkeit erhöht. – Das Reichsgesetz, betreffend Beseitigung des Branntweinkontingents vom 14. Juni 1912 bestimmt:

[367] »Gemische« von Branntweinhefe mit Bierhefe dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden, auch nicht im gewerbsmäßigen Verkehr angekündigt oder vorrätig gehalten werden.

Unter »Branntweinhefe« (Lufthefe, Preßhefe, Pfundhefe, Stückhefe, Bärme) im Sinne des Gesetzes werden die bei der Branntweinbereitung unter Verwendung von stärkemehl- oder zuckerhaltigen Rohstoffen, insbesondere von Getreide (Roggen, Weizen, Gerste, Mais), Kartoffeln, Buchweizen, Melasse oder Gemischen der bezeichneten Rohstoffe erzeugten obergärigen, frischen Hefen oder Gemische dieser riefen verstanden. »Branntweinhefe« darf nicht unter einer Bezeichnung in den Verkehr gebracht werden, die auf die Herstellung aus einem bestimmten Rohstoff hinweist (z.B. als Getreidehefe, Roggenhefe, Maishefe, Kartoffelhefe, Melassehefe), wenn die Hefe nicht ausschließlich aus diesem Rohstoff hergestellt worden ist.

Unter »Bierhefe« im Sinne des Gesetzes wird diejenige frische Hefe verstanden, die bei der Bereitung von Bier oder bierähnlichen Getränken unter Verwendung der durch die Brausteuergesetzgebung zugelassenen Rohstoffe erzeugt ist.

»Bierhefe« darf nur unter dieser Bezeichnung, Preßhefe, die aus Bierhefe hergestellt ist, jedoch auch als Bierpreßhefe in den Verkehr gebracht werden.

Branntwein- oder Bierhefe, die einen Zusatz von anderen Stoffen erhalten hat, darf nicht in den Verkehr gebracht werden; jedoch darf bis zum 1. Oktober 1914 Branntwein- oder Bierhefe, der Stärkemehl (Kartoffelmehl, Reismehl, Maismehl) bis zu einer Höchstmenge von 20 Gewichtsteilen in 100 Gewichtsteilen des fertigen Erzeugnisses zugesetzt worden ist, in den Verkehr gebracht werden, wenn Art und Menge des Zusatzes deutlich gekennzeichnet werden.

Mezger.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

Игры ⚽ Нужно решить контрольную?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Hefe [1] — Hefe, zur Familie der Saccharomyceten gehörige Pilze, die ein Enzym, die Zymase, enthalten und dadurch imstande sind, verschiedene Zuckerarten in Alkohol und Kohlensäure zu zerlegen, ein Prozeß, den man als Gärung (s.d.) bezeichnet. Die Hefe… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Hefe — Sf std. (11. Jh.), mhd. hebe, hefe m./f., ahd. hevo, heffo m., mndl. heffe Stammwort. Aus wg. * haf jōn m. Hefe , eigentlich der Hebende zu heben, auch in ae. hæf. Entsprechende Bildungen sind ahd. hevil(o), hefo m., heva, urhab m./n. ✎ Rosenfeld …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Hefe — (Bärme, Germ), das bei der Alkoholgärung wirksame Ferment, das als gelblichgrau gefärbte, schlammartige Masse von charakteristischem Geruch in der gärenden Flüssigkeit auftritt. Man unterscheidet Oberhefe, welche die Oberfläche der gärenden… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Hefe — (Faeces), die Gährung der organischen Körper, welche nach der Zusammensetzung derselben verschiedene Producte hervorbringt, wird durch die Gegenwart einer eigenthümlichen Verbindung veranlaßt, ohne welche keine Gährung sich einstellen kann. Diese …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Hefe — Hefe, zu den Blastomyzeten (s.d.) gehörige, mikroskopisch kleine, einzellige Pilze (Hefepilze, Saccharomycētes), die in zuckerhaltigen Flüssigkeiten Gärung erregen, indem sie durch Fermentwirkung den Zucker in Alkohol und Kohlensäure spalten. Die …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Hefe — Hefe, der während der Gährung zuckerhaltiger Fruchtsäfte (Weintraubensaft) od. des Malzauszuges sich bildende, u. bei Beendigung der Gährung zu Boden sinkende Niederschlag, enthält neben andern aus der Flüssigkeit abgeschiedenen unlöslichen… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Hefe — Hefe,die:Backhefe;Germ(süddtösterr) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Hefe — Auf die Hefe(n) kommen: aufs äußerste herunterkommen, mit seinem Vermögen fertig werden. Die Hefe, eigentlich ›das Hebende‹, weil sie bewirkt, daß der Stoff, dem sie beigemischt wird, sich hebt, sich aufbläht, bleibt doch selbst am Boden des… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Hefe — heben: Das gemeingerm. Verb mhd. heben, ahd. hevan, heffan, got. hafjan, engl. to heave (↑ hieven), schwed. häva geht mit verwandten Wörtern in anderen idg. Sprachen, z. B. lat. capere »fassen, ergreifen, nehmen; fangen; erwerben; begreifen,… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Hefe — Gärungsstoff; Germ (österr.); Backhefe; Triebmittel; Gärmittel * * * He|fe [ he:fə], die; , n: (aus bestimmten Pilzen bestehendes) Mittel, das beim Backen zum Treiben, Aufgehen des Teigs und bei der Herstellung von Bier zum Gären verwendet wird:… …   Universal-Lexikon

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”