Rektifizierinstrumente

Rektifizierinstrumente

Rektifizierinstrumente dienen zur mechanischen Bestimmung der Längen gekrümmter Linien; man nennt sie auch Arkometer, Campylometer, Kartometer, Kurveometer, Linienmesser, Longimeter, Meßrädchen, Opisometer, Rektifikator.

Das einfachste Instrument ist der Feinzirkel, dessen Oeffnung zur Ausmessung von Sehnen-, Sekanten- oder Tangentenelementen nach der Krümmung der Linie eingestellt wird. Ein andres Hilfsmittel ist ein kleines Laufrädchen; seine Bewegungsrichtung wird in jedem Krümmungspunkte in die Tangentialrichtung eingestellt, und seine Abwicklung, drückt dann die Linie aus. Diese kann erhalten werden durch umgekehrte Abwicklung auf einer geraden Linie oder durch besondere Vorrichtungen. Die einfachste ist ein Anschlag, so daß das mit Spitzenzähnen versehene Rad von Umdrehung zu Umdrehung in entgegengesetzter Richtung abgerollt wird, z.B. Meßrädchen von Jakob. Bequemer ist eine Einrichtung zum Registrieren der Abwicklung durch ein Zählwerk mit Zifferblatt, z.B. Kurveometer von Wittmann in Wien, oder Registrieren durch die Fortbewegung, welche eine Mutter bei Uebertragung der Rollenumdrehung auf eine Schraube erfährt, z.B. Rektifizierrädchen von Platzbecker in Düsseldorf. Eine Reihe andrer Vorrichtungen findet sich angegeben in den Patentmitteilungen der Zeitschriften für Instrumentenkunde und für Vermessungswesen. Für die Ausmessung von Linien mit starken Krümmungen und häufigem Krümmungswechsel, z.B. der Küstenlinien, bestehen exaktere und bequemere Apparate, z.B. der Kurvimeter von Coradi in Zürich, Fleischhauers Patentkartometer von Tesdorpf in Stuttgart, der Kurvenmesser von Ott in Kempten, der Rektifikator von Eckert-Hamann in Friedenau-Berlin. Beim Patentkartometer von Tesdorpf wird der Fahrstift eines Fahrarms längs der auszumessenden Linie geführt. Dabei wird der zurückgelegte Weg durch ein System symmetrisch zum Fahrstift angebrachter Laufrollen, deren Abwicklung einseitig gesperrt ist, gemessen. Der durchlaufene Weg ist das Produkt der Apparatkonstanten und der Ablesungssumme an den Rollen. Weiteres in [1], – Zuweilen werden auch die zur Berichtigung von Instrumenten dienenden Vorrichtungen als Rektifizierinstrumente bezeichnet, z.B. Justierstift und Schraubenzieher.


Literatur: [1] Hammer, Zeitschr. f. Instrumentenkunde 1889, S. 130.

(† Reinhertz) Hillmer.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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