Kokillen

Kokillen

Kokillen. 1. In der Eisengießerei eiserne Gußformen für die Herstellung des Hartgusses. Sie bewirken eine rasche Abkühlung des eingegossenen Eisens an der Oberfläche und damit bei entsprechender Zusammensetzung des Eisens die Bildung einer harten Schicht von weißem Roheisen (s. Eisengießerei, Bd. 3, S. 362). 2. In Stahlwerken die Gußformen, welche zur ersten Formgebung des Flußeisens und Flußstahls, zur Herstellung der für die Weiterverarbeitung (Walzen und Schmieden) bestimmten Blöcke (Ingots) und Brammen dienen. Sie besitzen prismatische Gestalt und je nach der gewünschten Blockform quadratischen, rechteckigen, achteckigen und runden Querschnitt.

Man unterscheidet einfache (einläufige) und mehrfache (mehrläufige) Kokillen; die letzteren werden nur selten angewendet. Beim Eingießen des flüssigen Metalls stehen die Kokillen auf Unterlagsplatten. Das Füllen erfolgt entweder von oben oder von unten; im letzteren Falle werden von einem gemeinsamen Einguß aus mehrere Kokillen gleichzeitig gefüllt. Um nach dem Erstarren des Blocks die Kokille leicht abziehen zu können, wird sie von unten nach oben verjüngt gestaltet (Konizität bis zu 3%). Das Abziehen der Kokille erfolgt entweder durch einfaches Anheben der mit eingegossenen Oefen versehenen Kokille mittels eines Kraus oder mit Hilfe besonderer Vorrichtungen (s. Stripper). Das Material für die Stahlwerkkokillen ist Falles und gegen schroffe Temperaturwechsel möglichst unempfindliches, reines Hämatitroheisen mit tunlichst geringem Gehalt (weniger als 0,1%) an Phosphor und Schwefel [1].


Literatur: [1] »Stahl und Eisen«, Düsseldorf, Jahrg. 1907, Heft 4 u. 5.

A. Widmaier.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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