Wasserlosung

Wasserlosung

Wasserlosung umfaßt im Bergbau alle Vorkehrungen, welche den Zweck haben, das Wasser von den Grubenbauen fernzuhalten und aus denselben abzuleiten. Für den letzteren Zweck dienen hauptsächlich die Stolln (S. 324).

Ueber Tage lassen sich mancherlei Vorkehrungen treffen, um das Wasser am Eindringen in die Tiefe (am Verfallen) zu hindern: natürliche Wasserläufe können in Gerinnen fortgeleitet werden; solche von größeren Abmessungen heißen Fluter oder Spundstücke. Stehende Gewässer können entleert, sumpfige Gegenden unter Umständen durch Drainage abgetrocknet werden. Die Stollnmundlöcher und Hängebänke der Schächte (Bd. 7, S. 577) sind so hoch zu legen, daß eine Ueberflutung ausgeschlossen ist; Tagebaue sind, falls nötig, durch Aufschütten von Dämmen gegen Ueberschwemmungsgefahr zu sichern. – Gegen das Eindringen des Wassers in die Grubenbaue kann man sich in vielen Fällen, z.B. beim Durchteufen (s. Schachtabteufen, Bd. 7, S. 578) wasserreicher Schichten durch wasserdichten Grubenausbau (Bd. 4, S. 636) schützen (auch durch Zementieren); die Zugänglichkeit der Grubenbaue wird hierdurch nicht beeinträchtigt; Dämme, auch Verdämmungen genannt (vgl. Bd. 2, S. 534), sind dazu bestimmt, etwa eindringendes Wasser in einem Teile der Grubenbaue zurückzuhalten; sie können mit Dammtüren versehen werden, die zunächst den Verkehr gestatten und erst beim Andringen des Wassers geschlossen werden. – Besonders wichtig ist es, etwa in die Grubenbaue eindringendes Wasser auf derselben Sohle den im Schachte eingebauten Pumpen (s.a. Wasserhebung) zuzuleiten und nicht tiefer verfallen zu lassen. Es muß zu diesem Ende die Sohle der wasserführenden Strecken wasserdicht (wassertragbar) hergestellt werden durch Abdichten mittels Zement oder Verlegen von Gerinnen. In Bauen mit unregelmäßiger Sohle kann die U-förmige Röhre dazu dienen, um das Wasser unter einem Hindernisse fortzuleiten, während der Heber benutzt werden kann, um das Wasser über eine Erhebung von etwa 9 m Höhe fortzuführen. – In Schächten kann das Tropfwasser (Traufwasser) wenigstens in den Fahr- und Kunsttrümern durch Tropfdächer (Traufdach, Traufbühne, am Oberharz Abdächerung) abgefangen, an die Stöße geleitet und durch Wasserjöcher (Schachtjöcher mit Wasserrinnen, s.a. Grubenzimmerung, Bd. 4, S. 651) oder sogenannte Gequelle, d.h. in die festen Schachtstöße gehauene kleine Gerinne, den nächsten Pumpensätzen zugeführt werden. Ueber die Entwässerung hangender und liegender wasserführender Schichten vgl. Nieß, Hermann, Die Bekämpfung der Wassersandgefahr beim Braunkohlenbergbau, Freiberg (Sachsen) 1907.

Treptow.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

Игры ⚽ Поможем решить контрольную работу

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Wasserlosung — Wasserlosung, 1) (Bergb.), die Befreiung der Gruben von Wasser; daher Wasserlosungsmaschine, so v. w. Wasserhebmaschine; 2) ein Wassergraben …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Wasserlosung — Wasserlosung, s. Bergbau, Tafel I, S. 1 …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Wasserlösung — Wasserlösung,   Bergbau: Ableitung aller den Bergbau beeinträchtigenden oder gefährdenden und aus dem Gebirge zusitzenden (zufließenden) Wässer mittels Bohrungen, Wasserlösungsstollen, Filterbrunnen und Entwässerungsstrecken. Die Wässer können in …   Universal-Lexikon

  • Wasserlösung — vandeninis tirpalas statusas T sritis Standartizacija ir metrologija apibrėžtis Tirpalas, kurio tirpiklis – vanduo. atitikmenys: angl. water solution vok. Wasserlösung, f rus. водный раствор, m pranc. solution aqueuse, f …   Penkiakalbis aiškinamasis metrologijos terminų žodynas

  • Wasserlösung — vandeninis tirpalas statusas T sritis fizika atitikmenys: angl. aqueous solution vok. Wasserlösung, f rus. водный раствор, m pranc. solution aqueuse, f …   Fizikos terminų žodynas

  • Wasserlösung, die — Die Wasserlösung, plur. die en, in einigen, besonders Niedersächsischen Gegenden, ein Graben, durch welchen das Wasser gelöset, d.i. abgeleitet, wird; im Oberdeutschen eine Abzucht …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Wasserhaltung — Als Wasserhaltung bezeichnet man im Bergbau alle Grubenbaue, Räume und technischen Einrichtungen, die dazu dienen, das Grubengebäude von Grubenwasser frei zu halten. Außerdem bezeichnet der Bergmann den Betriebsvorgang Entfernen des Grubenwassers …   Deutsch Wikipedia

  • Marx-Semler-Stolln — Das Mundloch des Marx Semler Stollns. Der Marx Semler Stolln ist das am längsten ununterbrochen in Betrieb stehende Grubengebäude Deutschlands. Mit einer Gesamtlänge von über 220 km ist er gleichzeitig das größte Stollnsystem Deutschlands.… …   Deutsch Wikipedia

  • Assoziationskolloid — Mizelle in Wasserlösung Mizellen (von lat. mica = Klümpchen, kleiner Bissen), auch Assoziationskolloide genannt, sind Aggregate (Assoziate) aus amphiphilen Molekülen bzw. grenzflächenaktiven Substanzen, die sich in einem Dispersionsmedium (meist… …   Deutsch Wikipedia

  • Bergmannsprache — Die Bergmannssprache ist eine berufsgruppenspezifische Fachsprache (Soziolekt) im Bergbau. Sie zeichnet sich durch Schaffung und Entwicklung eigenständiger oder abgewandelter Termini aus. Beispiele der Bergmannssprache: Inhaltsverzeichnis 1 A 2 B …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”